Aloha Freunde, Verwandte und Bekannte,
7. October 2010 von Wolfgang Stueckleeigentlich soll man ja nicht mit der Tür ins Haus fallen und das glückliche Ende vornweg nehmen, der Spannung wegen, aber für Hawaii 2011 mach ich doch gerne eine Ausnahme. Denn am vergangenen Sonntag, 12. September, habe ich mir beim Ironman Wisconsin im amerikanischen Madison meinen Startplatz für das Rennen auf Big Island im nächsten Jahr geholt.
Um nun nach diesem glücklichen Beginn doch noch ein paar mehr Eindrücke mit euch zu teilen, nun schön der Reihe nach. Meine Anreise am Mittwoch vor dem Rennen war im Rückblick wohl doch etwas knapp bemessen, denn leider hatte ich mich im extrem tiefgekühlten Flugzeug leicht erkältet und hing Donnerstag und Freitag ziemlich in den Seilen. Nur gut, dass die Tage vor dem Rennen sowieso ruhiger sind. Bei der Registrierung am Freitag konnte ich mir dann auch gleich einen Eindruck von den beiden Wechselzonen machen, die im Monona Conference Centre angesiedelt waren. Und der erste Wechsel vom Schwimmen zum Rad war beeindruckend lang. Aus dem Wasser über eine Rampe drei Stockwerke im Parkhaus nach oben, ins Conference Centre, dort in einem Besprechungszimmer das Umziehen, und dann in einem grossen Bogen durchs ganze Gebäude und über den Parkplatz wieder zurück. Ein ganz schönes Stück, aber gut, es ist ja immer für alle der gleiche Weg und wenn man 3,8 Kilometer schimmt, 180 Kilometer Rad fährt und einen Marathon läuft, dann machen ein paar zusätzliche Meter auch nichts mehr aus.
Am Samstag begann ich mich dann wieder besser zu fühlen und so war ich für Sonntag guter Dinge. Die beiden letzten Vorbereitungswettkämpfe ueber die Mittel- und Olympische Distanz hatten eine ansteigende Formkurve angedeutet und ich war gut vorbereitet. Beim Schwimmen auf dem zwei Rundenkurs musste ich dann aber feststellen, dass mir die Erkältung doch noch etwas in den Knochen steckte und so war ich etwas langsamer als erhofft. Da das Schwimmen im Freigewaesser immer noch meine grösste Schwäche ist, war ich über die Schwimmzeit von 1:05h weder zu enttäuscht noch zu sehr besorgt. Denn wie gewohnt konnte ich beim Radfahren auf der windgeplagten und durchweg hügeligen Strecke sehr viele Plätze gut machen und mit einer Zeit von 4:59h lag ich nach dem Radfahren schon auf Platz 2 meiner Altersklasse und in den Top 20 des Gesamtfeldes. Leider hatte ich einige wertvolle Minuten damit verloren, eine meiner Kontaktlinsen wieder an Ort und Stelle zu bringen, denn sonst haette ich wohl die schnellste Radzeit aller Altersklasse-Athleten erzielt. Aber das sind im Nachhinein ja immer müssige Gedanken.
Auch beim Radfahren habe ich mich nie im Vollbesitz meiner Kräfte gefühlt aber ich ging sehr fokusiert und mit nicht zu schweren Beinen auf die Laufstrecke. Der auch hier bei weitem nicht flache Kurs führte durch die Innenstadt von Madison, durchs Football Stadium, den Uni Campus und eine ganze Weile am Ufer des zweiten See’s von Madison entlang. Allerdings hatte ich davon nicht viel mitbekommen, den See habe ich komplet „verpasst“ und muss wohl sehr erstaunt geschaut haben, als mir am naechsten Tag andere Athleten vom Laufen am Seeufer erzählt haben. Leider konnte ich meinen Platz beim Laufen dann auch nicht ganz halten, was bei einer Laufzeit von 3:29h auch nicht verwunderlich ist. Die war zwar immer noch die 58. schnellste des Tages im Feld der 2,700 Athleten, aber trotz allem eben einfach langsam. Allerdings war an diesem Tag nicht mehr möglich, die Beine haben einfach nicht mehr hergegeben und auch beim Laufen fand ich nie komplett in mein Rennen. Dennoch.
Mit dem 29. Gesamtrang, dem 4. Platz in meiner AK und natürlich der Hawaii-Qualifikation bin ich mehr als zufrieden. Da ich die Qualifikation fuer nächstes Jahr nun schon habe, werde ich meine Saison 2011 in aller Ruhe angehen koennen. Im Winter gilt es nun am Schwimmen und Laufen zu arbeiten, mit Kona 2011 als Ziel ist auch die Motivation hierfür sicher kein Problem.
Besten Dank an euch alle für die Unterstützung in diesem Jahr, euer Mitfiebern, euer Nachfragen und auch eure Toleranz. Noch werde ich meine Saison 2010 nicht ganz beenden, eine Mitteldistanz und einige Läufe stehen noch auf dem Programm.
In der Woche nach dem Rennen war ich noch einige Tage in Wisconsin unterwegs. Ich hatte unheimliches Glück mit dem Wetter aber auch so war die von unzähligen Seen geprägte Landschaft sehr beeindruckend. Ebenso wie der Lake Michigan und Chicago. Wer mal Urlaub machen will und viel Ruhe und Weite sucht, Wasser, das nicht salzig ist, der findet dort alles was das Herz begehrt.
Lasst es euch gut gehen
Wolfgang
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