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Training in der Jugendvollzugsanstalt in Adelsheim

20. October 2009 von Magic

 Heidi Jesberger

Letzten Freitag war es dann so weit.
Ich fuhr wieder in Gefängnis nach Adelsheim, um mit den Jugendlichen dort zu trainieren.
Wieder dieselbe strenge Kontrolle beim Einlass und wieder das mulmige Gefühl hinter so hohen Mauern und so vielen verschlossenen Türen zu stehen.
Schon vor einer Woche mussten sich die Jungs schriftlich anmelden, um beim Training dabei sein zu können.
21 waren angemeldet, 18 waren dann auf dem Sportplatz.
Die restlichen 3 sind morgens nicht pünktlich aufgestanden und durften somit nicht mitmachen.

Mit dem Wetter hatten wir Glück und so war wenigstens die Kleidung kein Problem.
Man macht sich gar keine Gedanken, wie die Jungs dort Sport machen können. Doch einige haben nur die Dinge, die sie bei der Verhaftung anhatten!
Keine Wind- oder Regenjacke geschweige denn ordentliche Laufschuhe.
Einige waren mit ihren normalen Straßenschuhen da, andere mit extrem kaputten Hallenschuhen, die ja auch keine ordentlich Dämpfung haben.
Trotzdem waren die Jungs sehr interessiert und haben das komplette Trainingsprogramm durchgezogen. Alle!
Das hat mich sehr überrascht und auch begeistert!
Ich denke, dass viele durch den Sport ein positives Gefühl bekommen können.
Das Gefühl, auch ohne Gewalt etwas zu erreichen und jemand zu sein.
Das Training war bestimmt nicht einfach für die Jugendlichen.
Der Sporttrainer in der Jugendvollzugsanstalt, Herr Fischborn meinte, dass einige nicht mehr als 10 min am Stück laufen könnten. So lange war alleine schon mein Einlaufprogramm.
Ein gewisser Biss war also schon da.
Auch die Fragen, die die Jungs an mich hatten waren sehr durchdacht und gut.
Da hatte ich echt mit derberen Sprüchen gerechnet.
Nun wird Herr Fischborn das Training 2-3 mal pro Woche weiterführen.
Ich hoffe, dass die Motivation der Jungs bis Ende November /Anfang Dezember anhält und sie weiterhin regelmäßig trainieren und ich dann bei unserer nächsten gemeinsamen Trainingseinheit fitte Jungs vorfinde.

Gestern habe ich noch 8 Paar gebrauchte Laufschuhe nach Adelsheim gebracht.
Leider sind die Schuhe nicht neu und auch nicht passend für alle Häftlinge, doch bestimmt besser, als viele der Schuhe, die die Jungs anhatten. Es wäre ja schade, wenn sie Verletzungen bekämen, nur weil sie so schlechtes Schuhwerk tragen.

Für mich gehts morgen in die USA.
Ich freue mich sehr auf meine Wettkämpfe dort und werde euch auf dem Laufenden halten, wie es war.
Liebe Grüße
Heidi

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