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Ironman Florida

8. November 2011 von Heidi Jesberger

Ich bin unheimlich froh, das ich noch die Chance bekommen habe hier in Florida zu starten.
Nachdem der Challenge in Kapstadt/Südafrika nur 2 Wochen vor dem eigentlichen Renntermin abgesagt wurde.
Meine Vorbereitung war bis dahin sehr gut und ich fühlte mich körperlich wie auch mental noch frisch genug einen weiteren Ironman in Angriff zu nehmen.
In Südafrika wäre die Rad- und Laufstrecke sehr bergig gewesen, darum war auch das Training darauf ausgerichtet.
Florida hingegen war Topf eben. Bis auf eine Brücke und 2 bis 3 kleineren Wellen gab es eigentlich keinen Grund aus der Aeroposition zu gehen.
Da das Training so gut verlaufen war, machte ich mir darüber keine allzu großen Gedanken, sondern versuchte immer das Positive zu sehen. Meine Chance, doch noch ein Rennen zu bestreiten, mein letztes unter meinem Mädchennamen JESBERGER!

Jedes Rennen braucht ein Motto. Mein Motto für dieses Rennen war: „If your legs are tiered, run/bike with your heart“.
Mein Herz ist glücklich, darum habe ich gewusst, dass dies mir viel Kraft und Energie geben kann.

So ein Ironman ist immer ein sehr langer Tag.
226 Kilometer, die es zu bewältigen gilt, doch ich war voller Vorfreude, denn ich liebe diesen Sport, dieses Leben und diese Herausforderung!
Im Vorfeld war ich voller Träume und großer Ziele, das muss ja auch so sein, sonst könnte ich niemals so viel Energie und Herzblut in mein Training und die ganze Vorbereitung stecken.
All die vielen Kilometer im Wasser, auf dem Rad und beim Laufen, all das könnte sich nun auszahlen.
Ich hatte die beste Unterstützung, die man sich nur vorstellen kann: Tolle Sponsoren, die schon seit vielen Jahren an mich glauben und zu mir stehen, geniale Trainingspartner, die bei Wind und Wetter und auch im Pool bei heftigem Schwimmbetrieb mit mir unterwegs waren mit der Mission „Ironman“, meine Freunde und Familie, die mich in letzter Zeit wirklich nicht oft zu Gesicht bekommen haben, da mein Training so stark im Vordergrund stand und last but not least mein Verlobter Jürgen, auf den ich mich immer zu 100 Prozent verlassen kann, der mich unterstützt und entlastet und begleitet so gut es geht! All dies war einfach eine perfekte Ausgangssituation. Ich fühlte mich bereit und konnte es kaum noch erwarten an der Startlinie zu stehen.

Und dann war es so weit:
Wir Profis waren 10 Minuten vor den 2800 Alterklassenathleten dran.
3,8 km im relativ ruhigen Meer, dennoch mit einer starken Strömung und was besonders unangenehm war, mit vielen Quallen.
Doch dies war im Training schlimmer als im Wettkampf selbst.
Ich hatte ein super Schwimmen und konnte bereits nach 56:43 min als 2. Frau das Wasser verlassen.
Eine perfekte Ausgangssituation! Sollte dies vielleicht wirklich mein Tag werden?
Die Wechselzone war riesig und wir mussten ewig laufen, bis wir schließlich die Räder erreichten. Wegen meiner letzten Verletzung am Fuß, dem Fersensporn, fühle ich mich beim Barfuss laufen auf Asphalt immer noch sehr unsicher, da die Angst einfach noch im Hinterkopf schwebt. Daher verlor ich beim Wechsel einen Platz und konnte schließlich motiviert und euphorisch die 180 km lange Radstrecke als 3. Frau in Angriff nehmen.

Die ersten 2 Stunden war ich extrem Einsam. Niemand weit und breit!
Doch ich machte mich auf meinem Rad so klein wie möglich und gab Gas.
So lange mich niemand überholt, solange kann es ja nicht so schlecht sein, dachte ich mir!
Fritz Buchstaller hat kurz vor unserem Abflug nochmals einen Blick auf meine Sitzposition geworfen. Er ist der Spezialist schlechthin, was die Triathlonradposition angeht. Eigentlich hat alles gepasst, das gab mir auch nochmals Sicherheit! Danke Fritz!
Immer wieder kam ein Motorrad mit Kameramann zu mir gefahren und filmte mich!
Ein gutes Gefühl! Die Ironman Crew schien ebenfalls mit mir zu rechnen ?
Trotzdem vergas ich das Essen nicht ;-)
Da die Außentemperatur morgens nur 7°C betragen hatte, habe ich mir ein Radtrikot und Armlinge übergezogen, was mit Sicherheit kein Fehler war!
Bei Kilometer 85 überholte mich Jessica Jacobs, die Vorjahressiegerin dieses Rennens.
Ich konnte sie lange in Blickkontakt halten, was bei dieser Streckenführung auch kein Problem war ;-) Es ging ja sowieso nur kerzengerade aus!
Nach etwas 3 Stunden begannen meine Oberschenkel zu brennen wie Feuer.
Ich hatte es einfach nicht trainiert so lange in der Aeroposition zu fahren.

Immer wieder wechselte ich in den Wiegetritt, doch die Beine wollten einfach nicht lockerer werden…
Ich biss mich durch, wurde ca. bei km 140 noch von Mckenzie Madison überholt und konnte schließlich als 5. Frau nach 5:10 h vom Rad steigen. Immerhin meine 2. schnellste Radzeit die ich je im Ironman gefahren bin! Noch war einiges Möglich, so ein Marathon ist kein Kindergeburtstag!

Die ersten Meter waren die Hölle. Ich konnte kaum aufrecht stehen und meine Oberschenkel schienen zu explodieren, doch ich weiß ja aus der Erfahrung meiner bisher 18 (!!!) Ironman Rennen, dass es meist gar nicht so lange dauert, bis man wieder einen guten Rhythmus findet.
So war es dann auch.
Ich lief die ersten 10 km mit einem Tempo an, das für den Marathon eine Endzeit von 3:15 bedeutet hätte. Und es fühlte sich ok an. Es geht doch! Ach wie ich diesen Sport liebe!
Das wärs, also dranbleiben und beißen.
Der Marathon war dann aber geprägt von einem ständigen Auf und Ab.
Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt!
Erst wurde ich von Kim Löffler überholt und musste meine MTB Begleitung mit der Aufschrift „5th Pro Woman“ an sie abgeben und wenig später rief mir Jürgen zu, dass einige Athletinnen vorne Probleme haben und gehen müssten.

Leider hatte auch ich einige Probleme. Noch nie musste ich mich in einem Rennen übergeben, doch diesmal musste ich immer wieder spucken…
Alles war so nah. Nach dem Halbmarathon war ich nur 5:30 min hinter Rang 3, alles war noch möglich! Und doch irgendwie so weit weg.
Der Lauf war ein unglaublicher Kraftakt, ich musste alles geben und kam immer wieder an Punkte, wo nichts mehr zu gehen schien…
Den anderen ging es wohl genauso. Auch sie erholten sich wieder und so konnte ich leider keine Athletin mehr einholen, sondern überquerte mit einer Marathonzeit von 3:24 h als 7. Frau beim Ironman in Florida die Ziellinie.
Meine Splitzeiten mit 56 Schwimmen, 5:10 Rad und 3:24 Marathon waren ok.
Es war ein gutes und ausgeglichenes Rennen, doch leider keines bei dem ich über mich hinausgewachsen wäre.
Nach wie vor bin ich glücklich, dass ich diese Chance hatte.
Es fehlt nicht viel zum Podium.
Die Athletinnen, die vor mir waren haben alle schon Rennen gewonnen und sind keine No Names.
Nächstes Jahr mit neuem Namen geht’s weiter.
Es wäre doch gelacht, wenn nicht mal alles an einem Tag zusammen kommen würde!
Anything is possible!

Danke nochmals für euer mitfiebern, anfeuern und Daumen drücken, fürs Informieren und an mich denken und all die Nachrichten, die ich von euch vor und nach dem Rennen bekommen habe. Das ist es, was das alles auch so speziell für mich macht!

Liebe Grüße
Heidi

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What a race- Hawaii 2011 war gut.

26. October 2011 von Timo Bracht

Es war für mich nicht das optimale Rennen, aber manchmal (meistens) habe die Wettkämpfe eh einen anderen Ausgang wie gedacht. Es war wie so oft auf Hawaii eine große Aufholjagd nach dem Radfahren. Diesmal von Platz 22. Ich bin nicht schlecht auf dem Rad gefahren, aber an dem Tag waren die Jungs vorne sehr schnell und irgendwann auch sehr weit weg.

Auf den ersten Laufkilometer musste ich dann echt mit mir kämpfen um meinen Willen nicht zu verlieren. Ich konzentrierte mich dann Schritt für Schritt und lies meinen Ärger (verbal) an so mancher Palme aus. Dann nach fast 20 Kilometern das erste Erfolgserlebnis, ich überholte und war 19. Wow unter den besten 20, so habe ich mich beim Laufen auch schon mal 2002 gefühlt….

Dann weiter rennen , immer weiter rennen und dranbleiben. Und wer sagt es, Platz 18,17,16,15,14 genau vor mir, Bum, Bum, bum,…. und im Energy Lab dann den 10. in Sicht. Der einzigste Belgier noch vor mir, und ich war mir sicher, es gewinnt kein Belgier.
Raus noch kontrolliert gelaufen aus dem Energy Lab, einen kurzen Gruß an Sportsfreund Faris und dann zurück Richtung Finish auf dem Queen K Highway. Dort habe ich dann richtig Gas gegeben, und rannte die letzten 8 Meilen 2 Minuten schneller als die Aussis und 4 Minuten als Andi R. Bei Km 38 war dann Schluss mit Aufholen, Platz 5 geschluckt (Andi B. du hast ein sehr gutes Rennen gemacht, mein Glückwunsch) und dann glücklich ins Ziel getrudelt.

Never give up- schönen Herbst euer Timo

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5. Platz bei Deutscher Meisterschaft, Silber in der AK

10. October 2011 von Manu

Am 4. September fand das Cologne Triathlon Weekend statt. Zum ersten Mal wurde gleichzeitig die Deutsche Meisterschaft auf der Langdistanz im Triathlon an diesem Tag in Köln ausgetragen. Ich hatte schon länger nachgedacht hier zu starten und war mir nach Roth recht schnell sicher, noch eine Langdistanz in Angriff zu nehmen. Leider war ich nach dem Wettkampf in Roth 2 Wochen mit einer Erkältung geplagt und konnte 3 Wochen gar nichts machen. Danach war ich aber wieder neu motiviert und habe schnell ins Training gefunden. Nach 2 Vorbereitungswettkämpfen, die meine gute Form bestätigten war ich heiß auf Köln.

Das Wetter war sehr wechselhaft angekündigt. Morgens war es regnerisch aber mit 20 Grad angenehm von den Temperaturen. Der Schwimmstart für die 3,8 km fand auf der Regattabahn im Fühlinger See in Köln statt. Um 7 Uhr erklang der Startschuss für das Elitefeld. Fünf Minuten später wurde das Hauptfeld mit insgesamt knapp 400 Athleten, davon 341 Männer und 45 Frauen auf die Wendepunktstrecke geschickt. Ich erwischte keine gute Gruppe und schwamm die meiste Zeit allein. Trotzdem versuchte ich von Anfang an das Tempo hoch zu halten. Leider hatte ich nur kurz gegen Ende etwas Wasserschatten eines anderen Athleten. Am Ende entstieg ich nach 61 min als 5. Frau dem See. Nach einem schnellen Wechsel ging es auf die 180km lange, aber flache Radstrecke. Es waren insgesamt 3 Runden zu fahren. Auf den ersten km regnete es, die Straßen waren nass und teilweise rutschig. Später kam Wind auf, was das Radfahren streckenweise sehr erschwerte. Ich hatte an diesem Tag gute Beine und spulte die Strecke in einer fantastischen Zeit von 05:11 h ab, was mir aber nicht bewusst war, da mein Tacho stark von der tatsächlichen Geschwindigkeit abwich. Mittlerweile war es trocken und die Sonne kam immer wieder zum Vorschein.


Der abschließende Marathon mit 42,2 km war ebenfalls in 3 Runden mit je 14 km geteilt. Diese führten über die Deutzer Brücke entlang des Rheins mit Blick auf die wunderschöne Skyline von Köln. Ich lief von Anfang an konzentriert und konstant, immer im Blick den 5. Platz zu verteidigen und keine Zeit an die Verfolgerinnen zu verlieren. An den Wendepunkten stoppte ich die Zeit der Frau vor und hinter mir um alles im Überblick zu haben. Nur nicht einbrechen und gut verpflegen dachte ich immer. Die letzten 6 Kilometer zog ich das Tempo an um es unter die 10h Marke zu schaffen. Nach einer Marathonzeit von 3:39 h, lief ich in einer Gesamtzeit von 09:59 h als 5. Frau des Gesamtfeldes überglücklich ein. Dies bedeutet für mich den Deutschen Vizemeistertitel der Altersklasse 25-29 hinter der Gesamtsiegerin.
ENDE GUT,ALLES GUT!!!

Eure,
Manu

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Saisonabschluss in Glasgow

29. September 2011 von Jan Wolfgarten

ich sitze gerade im Flieger zurück nach Deutschland und in meine Sommerpause. Die letzten 3 Tage war ich bei der letzten Station der Great Swim Serie in Glasgow am Start. Das Rennen fand im Strathclyde Country Park außerhalb von Glasgow auf einer Ruderstrecke statt und war mit nur 12,8 Grad Wassertemperatur das kälteste Great Swim Rennen aller Zeiten. Zum Glück wird mit Neoprenanzügen geschwommen….
Trotz allem waren die ersten Minuten in dem kalten Wasser ziemlich unangenehm und haben mir auch nach dem Einschwimmen am Freitag etwas Sorgen bereitet. Am Renntag selber habe ich versucht mich lange vor dem Start an das Wasser zu gewöhnen und im Rennen ist es dann auch kein Problem gewesen. Unterm Strich kann ich Schwimmen bei 12,8 Grad allerdings nicht weiterempfehlen.

Das Wetter draußen war für Glasgowverhältnisse Rekordverdächtig habe ich mir sagen lassen. Es war anscheinend der erste sonnige Tag seit 3 Wochen und mit 18 Grad in der Sonne sehr angenehm. Das Rennen war für mich eigentlich ok. Ich bin beim Start ganz gut weggekommen und war dann während der gesamten Meile in den vorderen Positionen. Diesmal war es allerdings zum ersten Mal ein ziemlich körperbetontes Rennen mit vielen Rangeleien. Zum Schluss hat mir dann leider etwas die Kraft gefehlt und ich bin als 4er in Ziel gekommen. Unterm Strich kann ich mit dem Ergebnis leben, weil es in dem kalten Wasser wirklich nicht so ganz leicht war.
Am Abend des Wettkampftages sind wir dann wie immer nach den Great Swims zusammen in die Stadt zum Abendessen und zum Feiern gefahren. Wie schon vor 2 Jahren waren wir in dem diesmal neu renovierten Chorinthian Club im Zentrum von Glasgow. Ein wirklich sehr schöner Club mit Restaurant, Casino und mehreren Bars. Wer mal in Glasgow abends etwas um die Häuser ziehen möchte, sollte dort auf jeden Fall mal vorbei schauen. Das Abendessen war sehr gut und die Party danach auch nicht schlechter!!! Das ganze kann ich im Gegensatz zu dem Schwimmen bei 12,8 Grad sehr weiterempfehlen ;)

Ab heute bin ich dann 3 Wochen in der verspäteten Sommerpause. Ich freue mich auf Ausschlafen und Relaxen bevor es dann auf die Zielgerade in meinem Schwimmerleben geht. In den kommenden Monaten wird dann alle Energie ins Training und in die Qualifikation für London gesteckt werden.

Bis dahin werden aber natürlich noch einige Blogs folgen.
Bleibt fleissig!

Euer Jan

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News aus Israel…Vizeeuropameister

16. September 2011 von Jan Wolfgarten

Zu aller erst möchte ich mich entschuldigen, dass es seit der WM in Shanghai nun erst jetzt ein Lebenszeichen von mir gibt. Der Grund dafür ist einfach: außer Training ist nach der WM nichts los gewesen. Dafür wird es diesen Monat wieder 2 Posts von mir geben. Versprochen!

Ich bin frisch aus Israel zurück in Würzburg und bin froh und glücklich Vizeeuropameister über 5km der Herren geworden zu sein. Zunächst war ich sehr enttäuscht, weil nach 53 Minuten und 39 Sekunden nur 4 Sekunden hinter dem Italiener Simone Ercoli ins Ziel kam aber nach und nach wird mir klar, dass ein 2. Platz in Europa ein schönes Resultat zum Ende der Saison ist und man sich über so etwas auf jeden Fall freuen sollte. Vor allem wenn man auf den Sommer 2011 zurückblickt:

Vor etwa 11 Wochen bin ich mit hängenden Schultern nach Rostock zu den dt. Freiwassermeisterschaften gereist, nachdem ich im Becken weit hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben war. Mein Ziel war schon dort das 5km Verfolgungsrennen in Eilat, Israel. Dazu musste ich mindestens als 2. ins Ziel kommen und wie damals berichtet konnte ich das Rennen gewinnen und mich damit nicht nur für die EM sondern auch für die WM in Shanghai qualifizieren. Auf einmal hatte ich für den Sommer Perspektiven und Motivation für das Training. Wie bekannt bin ich in Shanghai in dem 5km Team Event zusammen mit Isabelle Härle und Thomas Lurz auf den dritten Rang gekommen und nun in Eilat kam noch eine Vizeeuropameisterschaft dazu. Alles in allem ist das für mich doch noch ein sehr erfolgreicher Sommer geworden und ich bin froh, dass mich mein Trainer nach Rostock geschickt hat, um dort an den Start zu gehen.

Ausserdem bin ich froh, dass sich der DSV dazu entschieden hat unsere Mannschaft nach Israel reisen zu lassen. All das Stand nach den Terroranschlägen von vor wenigen Wochen ausserhalb von Eilat auf der Kippe und es war alles andere als selbstverständlich, dass wir als Nationalmannschaft ein solches Risiko eingehen. Nach diversen Rücksprachen mit Spezialisten, Botschaften vor Ort und dem Auswärtigen Amt, wurde alles für sicher erklärt und wir waren unterwegs. Die Sicherheitsmaßnahmen auf Flughäfen in Israel sind extrem und es kann daher etwas nervig werden dort unterwegs zu sein. Trotzdem „better save than sorry“ habe ich in den USA oft gehört und das trifft es in diesem Fall ganz genau. Vor Ort in Eilat hatten wir das Glück an einer vorbildlich organisierten EM teilnehmen zu dürfen. Das Wetter war super und die Bedingungen im Roten Meer waren auch perfekt. Mal von dem Durchfall abgesehen, der mich die ganze Woche verfolgt hat, war es sehr schön und wie gesagt auch sehr erfolgreich für mich. Was will man mehr…

Mit der EM in Israel geht damit auch die Saison 2011 so langsam dem Ende zu. Ich habe übernächstes Wochenende noch einmal einen Great Swim in Glasgow und danach geht es 3 Wochen in die Pause, um gut erholt und mit Vollgas in Richtung Olympiaquali zu starten.

Ich melde mich nach Glasgow!

Bleibt fleissig!

Euer Jan

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Es läuft! Am Wochenende konnte ich einen weiteren Sieg erringen…

15. September 2011 von Heidi Jesberger

Wer für nächstes Jahr ein familiäres und faires Rennen sucht, der ist beim Main Post Triathlon in Bad Kissingen genau richtig.
Eine tolle Organisation in einer tollen Location mit wirklich tollen Strecken. Leider waren bei der Prämieren Veranstaltung noch relativ wenig Teilnehmer und Zuschauer, doch in gewisser Weise war dies auch meine Chance.

Ich konnte nämlich 3. Mann werden :) Aber erstmal der Reihe nach:
Das 1,5 km lange Schwimmen fand im idyllisch gelegenen Terrassenfreibad statt. Bei 23 Grad Wassertemperatur konnten ich bereits als 1. Gesamt dem 50 m Becken entsteigen. Das war schon mal ein gutes Gefühl :) Die 40 km lange Radstrecke hatte es dann ganz schön in sich: fast 600 HM, dafür wurde für uns die Bundesstraße komplett gesperrt. Ein wirklich faires Rennen. Zwar waren meine Beine nicht super gut, doch es reichte, um die Männer halbwegs auf Distanz zu halten Von 2 Männern meiner Startgruppe wurde ich schließlich eingeholt, doch beim abschließenden 10 km Lauf kam ich wieder näher an sie heran. Zwar rief mir eine Zuschauerin zu, dass es ihr Mann sei, der vor mir liefe und ich ihn doch bitte nicht überholen sollte, doch darauf konnte ich wirklich keine Rücksicht nehmen ;-)
Der Laufkurs führte durch den Stadtpark der Kurstadt und war ganz nach meinem Geschmack :) Palmen, Strandkörbe, Wasserspiele, sehr schön!
Letztlich konnte ich als 1. Frau und auch vor dem ersten Mann durchs Ziel laufen. Da es 2 Startgruppen gab, wusste ich erst nicht, wie ich im Gesamtklassement liegen würde, doch bei der Siegerehrung erfuhr ich, dass ich 3. Mann geworden bin! Cool.
Ein Freund schickte mir nach dem Rennen eine Nachricht: „Warum machst Du uns Männer immer so fertig, ich hör mit Tria auf :-) hat ja keinen Sinn!“
Das tut mir leid liebe Männerwelt ;-)

Nun steht erstmal ein dreiwöchiger Trainingsblock auf meinem Plan, bevor ich dann nach Lanzarote fliege, um dort den Ocean and Lava Mitteldistanztriathlon zu bestreiten. Und danach ist immer noch nicht Schluss. Irgendwie läuft es gerade so gut, ich bin gesund und motiviert, daher haben wir uns entschieden noch den Challenge in Kapstadt/Südafrika über die Ironman Distanz zu machen und danach dann zu heiraten.
Ich freue mich sehr auf jedes einzelne Highlight!!!

Vielen Dank für Eure tolle Unterstützung!
Liebe Grüße
Heidi

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Sieg beim 10 km Lauf, 2. Platz im Team beim 10 h MTB Rennen, 2 Tage Eurobike und das alles in den letzten 3 Tagen!?!

9. September 2011 von Heidi Jesberger

Langeweile? Nein, das kenne ich nicht! Action pur stand am letzten Wochenende auf meinem Plan!

4 Wochen sind seit meinem Ironman in Regensburg nun schon wieder vergangen.Ich habe mich mittlerweile relativ gut erholt und habe Lust auf neue Herausforderungen, das ist immer ein gutes Zeichen ;-)

Wie jedes Jahr waren Jürgen und ich auch dieses Jahr wieder auf der Eurobike in Friedrichshafen.
Es ist jedes Jahr aufs Neue spannend durch die Hallen zu schlendern und sich die Neuerungen anzusehen. Ebenso freue ich mich auch immer meine Sponsoren und Partner zu besuchen, die auf der Bikemesse ausstellen.
Dieses Jahr konnte ich mich überlebensgroß auf dem Messestand von Felt entdecken, ebenso auf dem Stand von Xendurance und Ansmann.
Ansmann hatte in diesem Jahr mit ihren Pedelecs genau den richtigen Trend erkannt.
Schon vor 14 Tagen haben wir daher gemeinsam mit einem Profi-Team einen Werbefilm für die Ansmann E-bikes gedreht. Hollywood in Assamstadt, oder so ähnlich ;-)
Fast 13 Stunden lang haben wir in Assamstadt jede Szene aufgenommen! Mal von vorne, mal von der Seite, mit Ton und ohne Ton und noch 3 Mal zur Sicherheit ;-) Wahnsinn!
Es hat aber riesigen Spaß gemacht, auch wenn das Drehbuch so gar nicht nach meinem Geschmack war ;-)
Ich sollte mir vorstellen, dass ich schon 5 Stunden sehr hart trainiert hätte und gerade fix und fertig auf dem Weg nach Hause war. In Aeroposition fuhr ich also nach Assamstadt hinein. Dort winkte mir ein Freund, der gerade seinen Rasen mähte zu und rief:„Hallo Heidi“. Da ich aber so ko bin, durfte ich nur kurz zurückwinken, am besten gar nicht lachen (war eine echte Herausforderung für mich;-)) Dann fuhr ich weiter und wurde von einem Jungen mit „hallo Heidi“ begrüßt, der gerade sein ferngesteuertes Auto fahren lies. Auch ihm sollte ich nur kurz zurückwinken. Die letzten Meter nach Hause ging es für mich nochmals einen Berg hinauf, dort rief wieder jemand „Hallo Heidi“, doch ich sah erst niemanden, da ich niemals damit gerechnet hätte, dass mich jemand Bergauf überholt ;-)

Doch seht selbst: Hier ist der Link zum Werbespot: http://www.ansmann.de/cms/de/mdtroot.html

Von der Eurobike ging es für uns direkt weiter nach Doren/Österreich, wo ich noch am selben Abend einen 10 km Lauf und am Tag darauf ein 10 Stündiges MTB Rennen im Team bestreiten wollte.

Der Lauf ging prima, obwohl wir den ganzen Tag auf der Messe unterwegs waren und ich viel gestanden bin. Ich war ganz überrascht, dass ich trotzdem recht gute Beine hatte.
Ich hoffte nur, dass meine Muskulatur nicht zu müde fürs MTB Rennen am nächsten Tag waren.

10 h MTB Rennen.
Niemals hätte ich gedacht, dass ich so was einmal mache. 10 Stunden sind ja nicht das Problem, denn Ausdauer haben wir Triathleten ja, doch mein MTB fahren bestand bis vor wenigen Jahren nur aus Schotterwegen im Wald zu fahren. Echte Mountainbiker lächeln da nur müde darüber.In Roth bei der TSG habe ich mittlerweile kennengelernt, was MTB fahren wirklich heißt: Downhill, Trails, Mut…
Ich habe alle Regeln kennengelernt, wie z.B. Tempo stabilisiert, Lenker locker halten, Hintern hinter den Sattel bei den steilen Abfahrten,… die Theorie ist mir ja klar, doch ich bin im Training oft eher vorsichtiger ;-)
Daher waren doch einige erstaunt, als ich von meinem Vorhaben, dem 10 h MTB Rennen, erzählt habe. Es war nicht wirklich schwer 2 weitere Fahrerinnen für mein Vorhaben zu gewinnen. Christine Waitz, eine gute Freundin von mir, war vor kurzem erst Vizeweltmeisterin im 24 h MTB Fahren geworden. Sie war schnell begeistert und ich happy :-)
Ebenso konnten wir Janina Swetlik für unser Team gewinnen! Eine starke Mannschaft – mal sehen, was wir gegen die Spezialisten ausrichten können ;-)

Für uns war das Rennen ein großes Abenteuer. Wir genossen die Atmosphäre und wollten einfach unser Bestes geben. Im Vergleich zu den anderen Teams sah bei uns vieles einfach improvisiert aus. Hatten die anderen tolle Zelte aufgebaut für die Pausen mit Liegestühlen und einem Wohnmobil für die Verpflegung, so holten wir uns aus dem Festzelt einige Bierbänke und einen Tisch ;-) Na ja, ein kleines Zelt hatten wir auch und Michi Waitz war unser Mann für alles. Es gab uns Zeiten durch, löste unsere technischen Probleme und betreute uns wirklich toll! Es war echt witzig, doch trotz allen Spaßes haben wir gekämpft! Unerwartet lagen wir dann auf Rang 2! Wow, das lief gar nicht so schlecht!?! Das Profi Teams der Mountain Heros lag unangefochten auf Rang 1. Zwei der Fahrerinnen hatten in diesem Jahr die Transalp im Team gewonnen. Sie waren mit Mechaniker und großer Crew angereist. Dieses Team war eine Klasse für sich, doch alle anderen waren schlagbar.

Nach ca. 6 Stunden hatten wir aber einen Platten. Janina musste fast 2km mit ihrem MTB laufen. Nun machte es sich bezahlt, dass wir Triathleten auch gut laufen ;-) Sie fightete und gab alles, dennoch verloren wir wichtige Zeit und lagen nun 3 min hinter Rang 2. Unsere Motivation war entfacht. Diesen Platz wollten wir uns wieder zurückholen!
Runde um Runde machten wir durch konstante Leistungen wieder Boden gut und konnten letztendlich als 2. Mannschaft finishen!
Ein toller Erfolg, der im Team auch nochmals soviel Spaß gemacht hat!

Auch Jürgen fuhr das 10 Stunden Rennen mit. Sein erster Wettkampf seit 6 Jahren! Er genoss das Wettkampffeeling, dennoch musste er ziemlich leiden, da sein Rad nicht optimal für dieses Rennen war. Ich glaube er war der einzige ohne Scheibenbremsen ;-)

Nun wird mein Training wieder etwas spezifischer, d.h. weniger MTB und wieder mehr Zeitfahrtraining, damit ich am Wochenende in Bad Kissingen beim Main Post Triathlon (www.first-wave.info) auch in meiner Lieblingssportart hoffentlich erfolgreich abschneiden kann.

Liebe Grüße und bis bald

Heidi

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4. Gesamtrang beim Breisgau Triathlon

25. August 2011 von Manu

Vergangenen Sonntag, den 21. August fand einer der bekanntesten und schönsten Triathlons in Baden-Württemberg statt. Zum 21. Mal wurde der Internationale Breisgau Triathlon in Malterdingen bei Freiburg ausgetragen. Zur Auswahl standen die Jedermanndistanz über 500m Schwimmen, 31km Radfahren und 4km laufen sowie die Mitteldistanz über 2km Schwimmen, 80 km Radfahren und 21km Laufen.


Ich startete auf der längeren Distanz, um dies als Vorbereitung für die dt. Meisterschaft der Langdistanz in Köln am 04.September zu nutzen. Strahlender Sonnenschein mit 35 Grad sollten es an diesem Tag werden. Um 10 Uhr fiel der Startschuss für die Männer und Frauen gleichzeitig im Müllersee in Riegel. 2 Runden mussten im See geschwommen werden. Der Neoprenanzug war trotz der hohen Lufttemperaturen erlaubt, da das Wasser infolge der zurückliegenden Schlechtwetterperiode nicht ganz so warm war. Ich hatte Anfangs Probleme mein Starttempo zu halten und verpasste die erste Schwimmgruppe. Mit 3min. Abstand zur Spitzengruppe, stieg ich nach 30min an der Spitze der Verfolgergruppe aus dem See.
Nach dem Wechsel folgte ein 3 Runden Kurs im bergigen Weinanbaugebiet rund um Malterdingen. Jeweils 2 Anstiege stellten sich den Athleten auf jeder Runde in den Weg. Leider verlor ich in den Abfahrten viel Zeit, die ich in den Berg- und Flachpassagen nicht mehr aufholen konnte. Da musste ich wohl doch dem Start beim Radmarathon einer Woche zuvor Tribut zollen. Dennoch konnte ich am Ende der Radstrecke einen Gesamtplatz gut machen und lag am aussichtsreichen 5. Platz. Nach 80km endete das Radfahren am Marktplatz in Malterdingen, wo es auf die 21 km lange bergige Laufstrecke durch die Weinberge ging. Darauf freute ich mich schon während des gesamten Wettkampfes. In größter Hitze waren 2 Runden, mit einigen Höhenmetern, zu erklimmen, dieses Streckenprofil kam mir sehr entgegen. Die steilen Anstiege und die Bergabpassagen lies mich nicht von einer Aufholjagd abbringen. Leider war der Abstand nach dem Radfahren zu groß, um die vor mir liegenden Athletinnen noch einzuholen. Nach dem Ausscheiden der Führenden wegen der enormen Hitze kurz vor Ende des Rennens kam ich am Ende mit einer super tollen Gesamtzeit von 04:49 min. auf dem 4. Gesamtrang ins Ziel gelaufen.

In 01:30 min. hatte ich die 2. beste Laufzeit des Tages aller Frauen. Zudem kam ich in meiner Altersklasse W25 auf den 3. Gesamtrang. Köln kann kommen!!!
Gewonnen hat Andrea Luft vom TNB Malterdingen in 04:40 min, bei den Männern Boris Stein in 03:55 min.

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Ironman Regensburg

22. August 2011 von Heidi Jesberger

Eigentlich liebe ich die Wärme und die Sonne, doch dieser Sommer hat uns allen ja gezeigt, dass darauf keinen Verlass mehr ist. Also sammelte ich viele Trainingskilometer bei nass kaltem Wetter (meine Samstags Radgruppe fährt Gott sei Dank ja immer! Tausend Dank an die Trainingsgruppe Herman der TSG!) und wusste, dass dies im Rennen auch kein größeres Problem darstellen sollte.

Frohen Mutes fuhren wir also nach Regensburg. Ich wollte dieses Jahr unbedingt an einem großen deutschen Rennen teilnehmen und dies war also meine Chance.

Ich war gesund und fit, wieder gut erholt von meinem letzten Ironman auf Lanzarote und schaute zuversichtlich auf diese Herausforderung. Die Wetterprognosen waren brutal: Starkregen für Sonntag in Regensburg und Temperaturen um die 18 Grad… aber die Bedingungen waren ja für alle gleich…

Um 5:30 morgens kamen wir bei Nieselregen am Guggenberger See an. Der Himmel war schwarz und Wolkenbehangen, fast unheimlich. Doch ich hatte mich schon mental auf dieses Szenario eingestellt und richtete meinen Wechselplatz in Ruhe her. Kurz bevor ich zum Einschwimmen in den See springen wollte teilte mir der Veranstalter mit, dass mir Bayern 3 heute dicht auf den Fersen bleiben wird, da ich als Fränkin interessant für Bayern 3 wäre. Cool, mir sollte es recht sein!

Pünktlich um 7 Uhr gings los.

Laut Veranstalter stürzten sich 2211 Athleten gemeinsam in die Fluten. Unvorstellbar, denn der See ist eigentlich gar nicht so groß ;-) Von Anfang an fühlte ich mich hellwach und gut. Ich behielt einen guten Überblick und konnte kontrolliert in einer der vorderen Gruppen mitschwimmen. Nils Goerke, sowie Nicole Leder waren mit dabei, also konnte es so schlecht nicht sein, dachte ich mir…
Mit einer neuen persönlichen Bestzeit im Schwimmen stieg ich bereits nach 52:56 min als 4. Frau aus dem Wasser.
Trotz Regen waren schon unzählige Zuschauer zu dieser unchristlichen Zeit an der Strecke, um uns Athleten anzufeuern! Einmal mehr wurde mir bewusst, wie toll Triathlon doch ist und wie glücklich ich mich schätzen kann, dies als Beruf auszuüben.

Mit einem schnellen Wechsel gings auf die 180 km lange Radstrecke. Diese hatte ich mir in den Wochen zuvor im Training 2 Mal angesehen, was sich nun bezahlt machte. Ich wusste genau, wie ich mir die Runde einzuteilen hatte, wo es sich lohnte etwas mehr Kraft zu investieren, bzw. wo ich vorsichtig sein muss und eben auch, wo man gar nicht bremsen muss (Danke Jörn!) Normalerweise bin ich auf den Abfahrten sehr vorsichtig. Diesmal fing es immer wieder sehr stark zu regnen an. Da ich mit einer Scheibe fuhr und die Bremswirkung bei Nässe auf Carbon eher suboptimal ist, verzichtete ich lieber ganz aufs Bremsen und stellte bei der Abfahrt einen neuen persönlichen Geschwindigkeitsrekord auf: 83,5 km/h! Ich kann es immer noch nicht ganz glauben!

Schon auf den ersten 10 km fühlte ich mich super und konnte auf die letztjährige Zweitplatzierte Katja Rabe auffahren. Wenig später konnte ich die im Vorfeld als haushohe Favoritin gehandelte Amerikanerin Mary Beth Allis überholen, die vor 5 Wochen das schnellste Ironman Debüt aller Zeiten gegeben hat. Laut Papier war sie eigentlich unschlagbar. Ich konnte mein Glück kaum fassen als ich den ca. 15 km langen Berg auf Position 2 in Angriff nahm.
Dort stand auch mein Vater. Ich rief ihm zu, dass es doch total cool sei, wie es gerade bei mir lief! Dabei musste selbst der Kampfrichter, der mich auf seinem Motorrad begleitete, lachen. Doch nicht in meinen kühnsten Träumen hatte ich mir gewagt zu hoffen, dass das Rennen so laufen würde.
Doch ich behielt einen kühlen Kopf (was bei den Temperaturen auch nicht schwer war ;-) ) und fuhr kontrolliert weiter.
Nun war nur noch die Niederländerin Miriam Weerd vor mir. Im Anstieg wurde ich wieder von Katja Rabe überholt. Doch ich wollte nicht überziehen, denn ich wusste, dass das Rennen erst in der zweiten Hälfte entschieden wird, also lies ich sie ziehen…

In der Ebene konnte ich wieder bis auf 20 Sekunden an das Führungsduo heranfahren. Ein tolles Gefühl, ein Rennen mitbestimmen zu können! Bei km 60 bekam ich plötzlich, ohne irgendwelche Vorzeichen Krämpfe in den Adduktoren, den inneren Oberschenkelmuskeln. Oh nein! Nicht jetzt! Warum überhaupt? Ich war doch so vorsichtig und habe mich so gut verpflegt! Es half ja alles nicht, ich musste kurz das Tempo etwas herausnehmen und mich noch besser verpflegen. Ein extra Gel von Energy System musste her. Evtl. doch die Kälte? Ich versuchte ruhig zu bleiben, war innerlich aber extrem nervös, da ich die anderen Mädels ungern ein weiteres mal ziehen lassen wollte.
Doch ich musste auf mich und meinen Körper hören. Ich konnte nichts erzwingen. Also fuhr ich den langen Berg zu Beginn der 2. Runde sehr verhalten hoch und danach ging es mir muskulär wieder besser. Gott war ich froh!
Etwa bei Kilometer 150 schoss Marie Beth Ellies wie von der Tarantel gestochen an mir vorbei. So was habe ich bisher noch nicht erlebt. Anfangs wirkte sie so müde und kraftlos und nun war sie schneller unterwegs wie die Polizei erlaubt. Echt Hammer! In dem Moment kam es mir so vor, als ob ich stehen würde. Doch ich versuchte positiv nach vorne zu schauen und fuhr meinen Rhythmus weiter.

Auf den letzten 20 flachen Kilometern konnte ich Katja Rabe wieder einholen und schließlich als 4. Frau vom Rad steigen. Die Schmerzen auf den ersten Laufmetern waren enorm hoch. Alles tat mir weh und ich konnte mir kaum vorstellen, wie ich jetzt noch den Marathon laufen sollte. Doch Jürgen hat mir vor dem Rennen immer wieder gesagt, dass ich das Rennen nicht als Ganzes sehen soll und immer locker bleiben muss.Genau mit dieser Strategie ist es mir dann auch gelungen. Nicht 42 km sondern 4×10,5 km, nur 4 Runden, das schaffe ich schon.
Über die gesamte Runde waren meine Familie und Freunde verteilt. Alle sind extra wegen mir gekommen. Das war unglaublich und sooo viel wert! Immer wieder wurde ich noch vorne gepusht. Das half enorm viel!
Bei Kilometer 15 konnte ich die Niederländerin überholen und war 3.! Was für ein Gefühl! Nun hatte ich eine MTB-Begleitung und jeder wusste, dass ich die 3. Frau bin! Das gab nochmals zusätzlich Energie. Auch beim Laufen verpflegte ich mir so optimal wie möglich: alle 5 km ein Energy System Gel mit Koffein sowie 1 Becher Energy Drink an jeder Verpflegungsstation.

Ich lief wirklich einen sehr konstanten Marathon, doch meine Beine wurden mit der Zeit immer schwerer. Ich kämpfte, doch die Zuschauer riefen mir zu, dass Nicole Leder von hinten angeflogen käme. „Lauf um dein Leben“ rief mir mein Vater zu. Und ich versuchte alles. Ich kämpfte, doch wie schon vor einem Jahr beim Ironman in China überholte mich Nicole ca. bei Kilometer 35. Das war’s mit meinem Dirndl, mit meinem Podestplatz, aus der Traum!
Bei einer Top 3 Platzierung hätte Sven Hindel von Wechselszene mir ein Dirndl von seiner Frau Maßschneidern lassen, dass ich dann zu unserer Standesamtlichen Hochzeit angezogen hätte.
Doch nun war ich 4.! So schade!
Nach der ersten Schreckminute versuchte ich mich wieder zu motivieren und weiterzukämpfen. Wer weiß, vielleicht bricht ja noch eine Athletin vor mir ein „Anything is possible“ Doch leider änderte sich nichts mehr an den Platzierungen.
Schlussendlich konnte ich als 4. Frau die Ziellinie überqueren. Ich war trotzdem glücklich, hatte ich doch die Gewissheit alles gegeben zu haben und dem Rennen auch meinen Stempel aufgedrückt zu haben. Es war spannend und 4min auf Rang 2 und nur 2 min auf Rang 3 sind keine Welt. Als ich ins Ziel kam wurde auch mein Lied gespielt: „Heidi deine Welt sind die Berge!“ Im ersten Moment wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Ich war überwältigt von der Stimmung, dem langen und anstrengenden Tag, aber auch überglücklich bei so einem Event dabei sein zu können. Im Ziel gab ich dann noch ein Statement fürs Fernsehen ab und am Abend konnten wir bei „Blickpunkt Sport“ auf Bayern 3 mein Rennen sehen :)

Ich werde versuchen, die nächsten Tage einen Sendemitschnitt davon zu bekommen. Vielen Dank an meine Familie, Freunde, Trainingspartner, Sponsoren und alle, die mich so toll unterstützt haben! Obwohl Ironman eine Einzelsportart ist, habe ich ein großartiges Team, das mich motiviert und stark macht! Danke!

Bis bald
Heidi

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2. Teil WM Freiwasser aus China

25. July 2011 von Jan Wolfgarten

Hi liebe Leser,

Wie versprochen kommt nun nach dem Update aus dem Precamp der interessante Teil unserer Chinareise.
Der große Teil unserer Wettkämpfe ist nun vorbei und es ist für das gesamte Team super gelaufen. Deutschland ist auf Platz 1 des Medaillenspiegels der Freiwasser WM und ich kann mit Stolz berichten, dass auch meinen Teil dazu beigetragen habe. Zudem haben sich mit Angela Maurer, Thomas Lurz und Andreas Waschburger 3 von den maximal 4 möglichen deutschen Schwimmern für London über das 10km Rennen qualifiziert. Ich freue mich sehr für die 3 Schwimmer und besonders für den Waschi, der seine Aussenseiterchance genutzt hat und nun bei Olympia am Start sein wird.

In dem 5km Team Event konnte ich gemeinsam mit Isabelle Härle und Thomas Lurz hinter den USA und Australien den 3. Platz belegen. Ich habe vorher ein bisschen gehofft, dass wir in diesem Event einen Podiumsplatz schaffen könnten und jetzt wo es wirklich geklappt hat bin ich natürlich sehr zufrieden. Das ist meine erste WM Top 3 Platzierung und so eine Medaille ist schon cool.

Im 5km Rennen der Herren ist es dann nicht so gut für mich gelaufen. Am Ende kam Platz 23 für mich heraus und leider bin ich wieder mal mit dem Gerangel im Feld nicht zurecht gekommen. Ich komme einfach nicht klar, wenn viele andere Schwimmer bei mir schwimmen und ich nicht meinen eigenen Rhythmus schwimmen kann. Leider ist es mir auch nicht gelungen von Anfang an die Spitze des Feldes zu kommen, um mehr Ruhe zu haben. Meine Startnummer und die dazu ausgeloste Position war dabei sicher nicht hilfreich, weil ich ganz recht stand und bereits nach 200m eine Linkskurve zu machen war aber 2 Plätze neben mir stand ein Russe, der zum Schluss 3. war also möchte ich da nicht nach Ausreden suchen. Ich freue mich sehr für meinen Freund und Trainingskameraden Thomas Lurz, der das Rennen gewinnen konnte. Es ist fast unglaublich, dass er die 5km nun 7 Jahre in Folge gewinnen konnte und insgesamt zum 10. Mal Weltmeister werden konnte. Eine sehr sehr beindruckende Serie!!!

Ich freue mich jetzt auf die in 7 Wochen kommende EM, bei der wir wieder im Team Event am Start sein werden und wo ausserdem auch wieder ein Time Trial bei den Herren über 5km auf dem Programm steht. Dieser Wettkampf ist mein großes Ziel und ich hoffe, dass ich da nach 2008 wieder eine Medaille gewinnen kann. Ab Montag werde ich mich intensiv auf diesen Wettkampf vorbereiten.

Bis dahin wird aber entspannt und noch ein bisschen durch Shanghai gezogen.

Bleibt fleissig,

Euer Jan

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