Deutscher Meister – Der Wahnsinn!
28. July 2009 von Stefan SchmidNach 118 Wettkampfkilometer habe ich es in Immenstadt geschafft. Deutscher Meister ĂĽber die Mitteldistanz!!!!
Unter die ersten 5 zu kommen habe ich mir schon ausgerechnet und mit einer Medaille spekuliert, aber den Titel? Naja nur erträumt
Begonnen hat der Tag nicht vielversprechend. Um 8:30 Uhr waren die Bedingungen am Großen Alpsee widrige 14°C, Regen und windig. Oh je, ein Kälterennen würde mir gar nicht liegen, war mein einzigster Gedanke. Ein gutes hatte es, meinen deponierten Radbeutel konnte ich mir gut merken: Zwischen Matschloch und Dreckpfütze ![]()
Nach dem 2km für mich durchschnittlichen Schwimmen im größten Wellenbecken der Alpen, kam ich als 38igster aus dem Wasser mit knapp über 4min Rückstand auf die Spitze. Gegen die Kälte und Nässe habe ich mich für Armlinge und ein gefaltetes und zusammengetackertes Geschirrtuch, um es unter das Top zu stecken entschieden. Es war zwar kühl dann auf dem Rad aber bin knapp dem frieren entgangen. Also optimal! Da ich wusste die Form stimmt und ich auf jeden Fall durchkommen musste, entschied ich mich mit Pannenflüssigkeit in den Schläuchen zu fahren plus noch Pumpe und Ersatzschlauch mitzunehmen. Mit Andi Wolpert ging ich dann zusammen auf die Radrunde. Jawoll! dachte ich, Andi hat mächtig Radruck und wo er ist, ist auf dem Rad vorne. Also orientierte ich mich an Ihm und wir wechselten uns bei der Aufholjagd ab. Andi habe ich es zu verdanken, dass ich auf den ersten Radkilometern nicht überzogen habe, denn ich war über motiviert und wollte gleich losprügeln…. „Locker, bleiben! Das Rennen ist noch lang und wir habe ein gutes Tempo.“ Natürlich hörte ich auf einen routinierten Langstreckler und Ironman. Am Ende der ersten von zwei Radrunden kam Andi leider in einer Abfahrt nicht ganz mit, weil er mit seinen Karbonfelgen wegen der Nässe kaum bremsen konnte (müsste man da dann eigentlich nicht schneller sein? :-) ). Da hatte ich großen Vorteil mit meinen Citec Felgen. Riesen Pech hatte Andi dann noch als er die Auffahrt zum Kalvarienberg verpasste und kurz falsch fuhr…. Da entschied ich mich nun alleine weiter zu fahren und startete die große Aufholjagd!!!!
Die folgenden 40km hab ich gehämmert wie ich es noch nie getan habe…. Es gab nur ein Ziel: Nach vorne! Als ich an die Gruppe rankam die Platz 7-14 inne hatten, fragte ich kurz ob Sie wissen, welchen Platz sie haben und wie weit es nach vorne ist und fuhr dann einfach gleich weiter :-) man, man hat das Spaß gemacht. Das war richtiges Zeitfahr feeling….
Ich wechselte dann als 6ter mit einem Rückstand von fast 4min auf den Führenden und ca. 1:30min auf Platz 2 zum 20km Laufen. Durch die 2 Wendpunkte hatte man die Abstände immer gut im Griff und so hatte ich bereits nach 4km Platz 2. Mit dem 3 Platzierten zusammen lief ich dann fast 14km lang ein sehr ordentliches Tempo. Nach der ersten von 2 Laufrunden betrug der Abstand noch ca. 2min. Da war mir klar. OK, hier geht’s jetzt nur noch darum, Platz 2 zu sichern! Mein Überlegungen waren, wann ich den Spurt anziehe um den 3ten loszuwerden…. Ich dacht da so an 1km vor Ziel. Als dann am letzten Wendepunkt der Führende nur noch so ca. 45sek weg war, war mir klar: Hier geht’s nicht mehr um Platz 2, hier geht es um den Titel!! So zog ich das Tempo bereits 3km vor Schluss an. Der letzte Kilometer verlief durch kleine enge Wege im Wald und plötzlich sah ich Ihn ca. 200m vor mir. Oh man, es sind noch weiss was ich noch 800m und da noch 200 aufzuholen das geht nicht…… 400m vor Ziel musst man über einen Grashügel. Als der Führende dort fast trüber geflogen wäre und beinahe Stürzte, wusste ich, dass er platt ist und ich jetzt alles rausholen muss, denn ich kann ihn noch holen!!!!!! Er bekam bereits im Stadion vom Veranstalter die übliche Kinder mit Luftballons um sich rum, die mit ihm in den Zielbereich einlaufen sollten…. Also musst ich durch die Kinder durch, um an ihm vorbei zu kommen :-) . Unter dem Jubel und Geschrei der durch das Herzschlagfinale aufgewühlten Zuschauer konnte ich dann 120m vor Ziel an ihm vorbei spurten und bei meiner ersten Triathlon Meisterschaft gleich mal den DM Titel einholen :-) !
Und dann hab ich endlich mal machen dürfen, was ich schon immer mal wollte: Eine Dusch-Spritzerei bei der Siegerehrung. Zwar hatte ich nur Sprudel parat, aber egal, Spaß hat es gemacht und Hauptsache war, dass alle schön nass wurden. Am meisten hat die Ina Reinders abbekommen :-) hehe….
Nächster Wettkampf wird dann in Wiesbaden der 70.3 Ironman sein. Bis jetzt hat mich der Veranstalter dort in die 4. Startgruppe gepackt und auch auf meine Anfrage letzte Woche mich nicht in die Erste stecken wollen. Ich hoffe der Titel jetzt gibt den Verantwortlichen noch mal zu denken und sie befördern mich in die Erste Startgruppe, damit ich mich auch Kopf an Kopf mit den Stars messen kann und wieder als „Pro-Hunter“ wie schon in Kraichgau unterwegs sein kann.
Frohes Training!
GrĂĽĂźe
Stefan
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