4. February 2010 von Heidi Jesberger
Die neue Saison ist schon in vollem Gange.
Nachdem ich einige Wochen bei Schnee und Eis im kalten Deutschland trainiert habe, mein Material bis zum zerbrechen bei Minustemperaturen geschunden habe (Felgenbruch im Schnee mit dem MTB), durfte ich die letzten 2 Wochen im sonnigen Süden auf der kanarischen Vulkaninsel Lanzarote trainieren.
Lanzarote, die Insel strotzt vor Energie und Power. Mittlerweile war ich so oft dort, seit 1997 fast jedes Jahr, manchmal auch 3 oder 4 mal!
Genauso ging es mir auch dieses mal wieder. Sonne, Wärme, das Meer, da ging das ganze Training plötzlich so viel einfacher.

Wie jedes Jahr war ich wieder als Trainerin in den Corpus Camps mit dabei.
Es macht mir immer unheimlich viel Spaß in einer Gruppe zu trainieren, sich mit erfahren Athleten auszutauschen und eigene Erfahrungen an Anfänger weiter zu geben.
Im Camp stand der Schwerpunkt vor allem beim Schwimmen.
Mit Ute Mückel hatten wir auch eine 1 a Trainerin mit dabei, die, nachdem sie letztes Jahr ihre überaus erfolgreiche Triathlonkarriere beendet hat, sich nun total auf Schwimmseminare spezialisiert hat.
Mit ihrem geschulten Auge fand sie bei jedem einige Details, die es noch zu verbessern gibt.
Vielen Dank Ute! Die Flasche Wein ist dir sicher, wenn ich meine Bestzeit wirklich verbessern kann
Auf dem Rad konnten wir die komplette Insel unsicher machen. Die Berge im Norden mit Mirrador del Haria und Rio sowie die Feuerberge im südlichen Bereich eigneten sich wirklich hervorragend für Kraftausdauer.
Meine Lieblinsrunde ist und bleibt aber El Golfo. Die Straße führt direkt an der Küste entlang. Die schwarzen Felsen, das kristallblaue Meer. Einfach toll!

Im neuen blauen Stadion des Club La Santa führten wir mehrmals gemeinsam ein Lauf-Technik Training durch, gefolgt von kurzen Intervallen.
Die längeren Läufe lief ich in der Lagune, fast immer mit Blick aufs Meer

Am Ende der ersten Trainingslager Woche nahm ich, wie auch letztes Jahr beim Internat. Duathlon von Lanzarote teil.
Die ungewohnt kurze Distanz von 5-20-2,5 war ein guter Temporeiz im Hinblick auf den Ironman China am 14.03.2010, auf den ich mich gerade intensiv vorbereite.

Am Start war ein internationales Starterfeld aus fast allen Europäischen Ländern unter anderem Athletinnen der Nationalmannschaften aus Frankreich, Dänemark, Holland und England. Da das Wetter momentan in halb Europa winterlich und kalt ist, nutzen viele die warmen Temperaturen der Kanaren, um sich auf die bevorstehende Saison vorzubereiten.
Schon im Vorfeld wurde den Weltcup-Athletinnen der Nationalmannschaften viel und den Langdistanzlern wenig Chancen auf den Sieg eingeräumt.
Helle Frederiksen und Jessica Harrison, vor kurzem Zweit- und Drittplatzierte beim ITU-Weltcup-
Rennen in Huatulco/Mexiko oder ITU Weltmeisterin Jodie Swallow und nicht zuletzt Yvonne Van Vlerken, 2. Platzierte beim Ironman auf Hawaii und auch ich als Vorjahressiegerin, wurden als Favoritinnen auf den Sieg gehandelt.
Außergewöhnlich an diesem Rennen war, dass das Windschatten fahren erlaubt war.
Frauen durften auch bei Männern „draften“, was sonst immer verboten ist.

Am 3. Belastungstag in Folge, nach 30 Stunden Training in derselben Woche stand ich dann an der Startlinie.
Wie nicht anders zu erwarten, fühlten sich meine Beine beim ersten Lauf schwer wie Blei an, da das ganze Training komplett auf den Ironman in China ausgerichtet ist.
Dennoch zeigte ich Kämpferherz und konnte auf dem Rad wieder einige Plätze gutmachen und nach dem abschließenden Lauf als 6. Frau die Ziellinie überqueren.

Im Profi Sport muss man die kleinen Rennen manchmal den Großen unterordnen.
Und da der Wettkampf bekanntlich das beste Training ist, hoffe ich, dass es dann am 14. März in China umso besser für mich läuft
Nun trainiere ich die nächsten 2 Wochen hier im Kalten, bevor es dann wieder ins nächste Corpus Camp in den Süden geht.
Bleibt gesund.
Bis bald Eure Heidi