Inferno Triathlon die 5.
1. September 2010 von WolpiJo, nun ist es wieder geschafft. Hart war es, schön war es und etwas Pech gehört eben auch zum Leben. Also, mal der Reihe nach:Â
Das Berner Oberland, unendliche Berge, wir schreiben Freitag den 20. 08. 2010, 13:00 Uhr, viele Kilometer von der Heimat entfernt in der Schweiz. Dies sind die Abenteuer des Triathleten Andy Wolpert aus Ellwangen der in seinem Golf Kombi mit 2 Mann Besatzung und allerhand Material auf dem Weg zur 5. Bezwingung des Inferno Triathlons ist…Â
Ich hoffe ihr habt jetzt alle Gänsehaut und freut euch mächtig über das weitere Geplapper. In der Jungfrauregion angekommen war es wieder Zeit das ganze Gerödel an die 3 Wechselzonen zwischen dem Thuner See und dem Schilthorn zu verteilen. Bei dem sonnigen und freundlichen Wetter eine ganz angenehme Aufgabe und alles in allem ein ganz angenehmer Anreisetag. Gegen Abend ergossen sich ein paar Schauer über der Region, aber der Renntag sollte warm und sonnig werden. Genau mein Ding! Samstag 21.08.2010 4:00h, Raceday. Christoph Ringgenberg vom Alphotel Eiger (http://www.alphotel-eiger.ch/) hat uns freundlicherweise schon das Frühstücksbuffet gerichtet und nach einer kleinen Stärkung geht es auf zur Startzone. Gemütlich anziehen, alles einstecken, nichts vergessen und dann im schönen warmen Schwimmbecken des Thunerstrandbades einschwimmen – bevor es in den mit 17°C doch eher schattigen See geht. Dann ging es Punkt 6:30 Uhr los! Scotty beam me up! Wäre hilfreich gewesen auf diesen Höhenmetern, klappte aber nicht…
Erst mal war es aber flach, jedoch sehr viel Gegenwind. Das Schwimmen fühlte sich sehr gut an und ich fand mich nach wenigen Metern mit Marc Pschebizin und einigen weiteren flotten StaffelschwimmerInnen in einer angenehmen, dennoch flotten Schwimmgruppe. Wir arbeiteten uns die 3,1 km quer durch den See und erwischten wohl auch eine ganz ordentliche Linie, da ich schon als 8. aus dem Wasser stieg. Die Zeit war mit 49 Minuten deutlich langsamer als letztes Jahr, was aber an der Strömung lag. Marc war in Sichtweite und so konnte das Rennen beginnen. Ich bin ehrlich, ich war gekommen um zu Siegen und das heißt beim Inferno eben Marc zu schlagen. Ich kämpfte mich bereits nach wenigen Höhenmetern beim ersten Anstieg Richtung Beatenberg an die Spitze der Einzelstarter. Marc folgte mir stetig aber sauber! Im Vergleich zu einigen Staffelfahrern, die mir so konsequent am Hintern hingen und sich aber auch durch gar nichts aus der Ruhe bringen ließen. Nach der Abfahrt von Beatenberg, durch Interlaken und vorbei am Brienzersee bot sich mir sobald ich mich umsah stets das gleiche Bild. Paar Lutscher am Hinterrad, die auch keinerlei Anstalten machten zu überholen und in gebührendem Abstand Marc. Leider heute keine Kampfrichter unterwegs, wäre in dem Nebel aber auch schwierig gewesen. Bei Kilometer 66 auf dem Velo fängt die erste Prüfung an.
Die Staffeljungs waren bald abgehängt, das Lutschen hatte doch nichts gebracht
. Nur Marc und ich kämpften jetzt erst mal bis zur Passhöhe der großen Scheidegg auf 1960m. Ich überfuhr diese als Erster und sicherte mir mal wieder den Bergpreis. Marc fuhr mal wieder sehr flott ab und ich wusste warum es manchmal doch besser ist auf die Carbonlaufräder zu verzichten. Die Dinger wurden wohl verdammt warm und es war nicht gerade das sicherste Fahr-/Bremsgefühl. Aber nur mit wenigen Sekunden Rückstand ging es nach 97 Kilometern und 2145 HM in die Wechselzone und auf dem MTB waren wir sehr schnell wieder zusammen. Marc machte jedoch mächtig Druck. Ich musste ihn fahren lassen. Oben an der Kleinen Scheidegg waren es wohl um die 2 Minuten.
Ich fühlte mich aber noch super. Dann die Abfahrt. Ich hatte geübt und war mir sicher, dass ich nicht mehr viel zusätzlich verlieren würde. Nach etwa 2-3 Kilometern war es dann so weit: Mein Hinterrad wurde weich. Ja, ich hatte mir einen Platten gefahren. Maximal ärgerlich, aber es hilft eben nichts, Schlauchwechseln, Shit! Zu dem Zeitpunkt war mir klar, dass das Rennen für mich jetzt eigentlich gelaufen war. 2. war ich schon 2 mal und wollte ich eigentlich nicht noch mal werden, zumindest nicht mit meiner momentanen Form. Aber es half ja nichts, es muss ja weitergehen. Zumindest war bis zu dem Zeitpunkt noch kein Singleathlet vorbeigerauscht und ich fuhr nach der hektischen Reparatur weiter. Danke noch an die netten Sanitäterinnen, die meinen defekten Schlauch entsorgten. Hier noch 2 Videos von der Abfahrt, die ich auf YouTube gefunden habe:Â
http://www.youtube.com/watch?v=-63RKMttjHsÂ
http://www.youtube.com/watch?v=hp2AenAuWlkÂ
Ich gestaltetet die Abfahrt jetzt etwas vorsichtiger und kam vollends defektfrei jedoch völlig unmotiviert in die 2. Wechselzone. Meine Frau Elli baute mich dann nach dem Wechsel bei einem kurzen Stop etwas auf. War auch notwendig, weil mir jegliche Motivation fehlte, mich weiter voll zu verausgaben. Also lief ich weiter, es war genau mein Wetter und so schlimm war ja alles auch nicht. Strahlender Sonnenschein, ein ebenso blauer Himmel und Samuel Hürzeler im Nacken ließen mich dann doch wieder Gas geben. Der junge Athlet aus Steffisburg machte mir mächtig Druck und somit lief es auch wieder und ich hatte wieder einen Grund alles zu geben. Der Rest ist schnell erzählt, 25 Kilometer Berglauf in 2 h und 59 Minuten bei 2175 HM. Zwar hatte ich jetzt noch den schnellsten Laufsplit, aber es blieb eben bei Rang 2 mit 11 Minuten Rückstand. Einem schönen und wohl verdienten Rang 2, denn etwas Pech gehört eben auch zum Leben. Wunderschöne 155km und 5500HM lagen wieder hinter mir! Danke an den Irren, der sich diese Strecke ausgedacht hat!!! Bis nächstes Jahr am Schilthorn, wo Marc seinen 10. Sieg feiern möchte, ich aber alles geben werde um dies zu verhindern, nicht weil ich es ihm nicht gönne, sondern weil er sonst aufhört
.Â
Ride on folks!Â
Andy
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